Auflage-Schießen
Aufgelegtes Schießen ist ein eigenständiger Schießsport mit eigenen Regeln und eigenen Wettkampfklassen. Bei uns aktiv in drei Varianten — Luftgewehr, Luftpistole und Sportgewehr. Offiziell in Wettkampfklassen ab 51 Jahren, ein wachsender Sport.
Was ist Auflage-Schießen?
Beim Auflage-Schießen ruht die Waffe auf einem sogenannten Auflagebock — einem Stab aus glattem Material, der die Waffe im Anschlag stützt. Dadurch entfällt die Anstrengung, die Waffe über die Wettkampfdauer freihändig zu halten. Die Disziplin ist für Schützen gedacht, die nicht mehr freihändig schießen wollen oder können, oder die einen anderen, ruhigeren Zugang zum Schießsport suchen.
Die Wettkämpfe gehen über 30 Wertungsschüsse, bei allen drei Varianten — Luftgewehr, Luftpistole und Sportgewehr. Gewertet wird in Zehntelringen. Das ist kein Zufall: Auf dem Spitzenniveau liegen die Ergebnisse so dicht beieinander, dass ohne Zehntelwertung zu viele Gleichstände entstünden. Die Scheiben und Ringmaße sind identisch mit den Freihand-Disziplinen.
Warum Auflage nicht "einfacher" ist
Aufgelegt heißt nicht eingespannt. Die Regeln sind streng und haben alle denselben Hintergrund: Die Waffe darf gestützt werden, aber der Schütze muss sie weiterhin aktiv führen.
• Nur die Waffe darf auf dem Auflagebock ruhen. Kein Körperteil, kein Arm, keine Hand berührt die Auflage.
• Der Auflagebock ist präzise definiert: Rundmaterial mit maximal 50 Millimetern Durchmesser (oder Halbrundmaterial mit 25 Millimetern Radius), mindestens 100 Millimeter lang, aus glattem, nicht-haftendem Material.
• Beim Gewehr darf die Auflagefläche am Vorderschaft maximal 60 Millimeter breit sein, und der Auflagepunkt darf nicht weiter als 550 Millimeter von der Systemeinbettung entfernt liegen.
• Bei der Pistole liegt die Waffe mit dem Griff unterhalb auf dem Rundmaterial — sie darf nicht angelehnt werden, sondern nur ruhen.
Besonders bei der Luftpistole ist auch aufgelegt noch viel Körperarbeit gefragt: Die Pistole liegt zwar auf dem Bock, wird aber mit einer Hand am Griff gehalten und ausgerichtet. Das bleibt eine wackelige Angelegenheit, die Ruhe, Abzugsarbeit und Konzentration ebenso verlangt wie beim freihändigen Schießen. Dass auf Zehntelringen gewertet wird, zeigt, wie eng die Spitzenergebnisse beieinander liegen.
Die drei Varianten bei uns
Luftgewehr-Auflage. Auf 10 Meter, auf unseren elektronischen DISAG-Ständen im Bürgerhaus Eschbach. Das Luftgewehr hat für die Auflage einen modifizierten Hinterschaft und eine Auflage am Vorderschaft. Für den Einstieg steht eine Vereins-Auflagewaffe zur Verfügung.
Luftpistole-Auflage. Ebenfalls 10 Meter, auf denselben Ständen. Die Pistole hat unterhalb des Griffs eine Auflage-Anbringung. Eine Vereinswaffe für LP-Auflage haben wir nicht — wer einsteigen will, muss die Entscheidung zur eigenen Waffe früh treffen oder erst freihand mit einer Vereins-LP trainieren, deren Griff nicht optimal passt.
Sportgewehr-Auflage. Auf 50 Meter, im KK-Stand des SV Finsternthal-Hunoldstal donnerstags. Die Kleinkaliber-Voraussetzungen gelten auch hier — mehr dazu auf unserer Kleinkaliber-Seite.
Auf unseren Ständen im Bürgerhaus kann jeder Schütze frei zwischen Freihand und Auflage wählen — die Stände sind für beide Varianten vorbereitet.
Altersklassen und offizielle Wettkämpfe
Die offiziellen Wettkampfklassen für Auflage beginnen bei der Senioren-I-Klasse ab 51 Jahren und reichen in Fünf-Jahres-Schritten nach oben (Senioren II ab 61, Senioren III ab 66, und weiter). Unterhalb dieser Altersgrenze ist Auflage-Schießen als Training möglich — nur eben nicht in offiziellen Auflage-Wettkampfklassen.
Wir nehmen jährlich an Rundenwettkämpfen im Schützenbezirk 35 Hochtaunus teil, an den HSV-Ligen sowie an Hessischen und Deutschen Meisterschaften. 2025 hat Bernd Loose für uns Hessenmeister-Gold geholt im Luftgewehr-Auflage, Senioren III. Die aktuellen Ergebnisse und Mannschaftsaufstellungen findet ihr auf unserer Ergebnisseite.
Ein wachsender Sport
Auflage-Schießen gehört zu den stärksten wachsenden Bereichen im Deutschen Schützenbund. Die Teilnehmerzahlen der Deutschen Meisterschaften illustrieren das: Bei der DM in Dortmund (Luftgewehr-Auflage) stieg die Teilnehmerzahl von 2021 auf 2024 um rund 37 Prozent, bei der DM in Hannover (Kleinkaliber- und Luftpistole-Auflage) liegen die Starts seit Jahren über 2.000 mit steigender Tendenz. Der Grund dafür ist einfach: Auflage erlaubt es, sportlich aktiv zu bleiben, auch wenn der freie Anschlag nicht mehr funktioniert. Damit bietet der Sport eine echte Perspektive, bis ins hohe Alter wettkampfmäßig zu schießen.
Einstieg für Späteinsteiger
Auflage ist oft ein sehr guter Einstieg für Erwachsene, die den Schießsport neu für sich entdecken wollen — ob mit oder ohne frühere Schießsport-Vorerfahrung. Die körperlichen Anforderungen sind geringer als beim freihändigen Schießen, und die regulären Wettkampfklassen liegen genau im Alterskorridor vieler Späteinsteiger.
Wir wissen das aus eigener Erfahrung: Zwei unserer aktiven Auflage-Schützen haben vor drei Jahren mit Mitte 50 ohne schießsportliche Vorerfahrung angefangen — direkt mit Luftpistole-Auflage. Der Weg funktioniert.
Was man wissen sollte:
• Eigene Waffe wird früher oder später nötig. Für ernsthaftes Training mit Wettkampfambition reicht die Vereins-Auflagewaffe nicht aus, weil bei Pistolen der Griff zur Hand passen muss und bei Gewehren der Schaft. Werksgriffe kommen in mehreren Standardgrößen, individuelle Anpassung kommt später. Das ist im Schießsport generell so.
• Bei LG-Auflage kann man einige Wochen mit der Vereinswaffe testen, bevor man sich zum Kauf entscheidet.
• Bei LP-Auflage gibt es keine Vereinswaffe. Wer einsteigen will, kann entweder erst freihändig mit einer Vereins-LP trainieren (mit der Einschränkung, dass der Griff nicht optimal passt) oder die Kaufentscheidung direkt treffen. Wir unterstützen beim Kauf: Erfahrene Vereinsmitglieder begleiten bei Bedarf zur Beratung.
• Bei SpGw-Auflage gelten die Kleinkaliber-Voraussetzungen (WBK, Sachkunde, Bedürfnis) — hier ist der Einstieg nicht niedrigschwellig.
Wer Auflage ausprobieren will, kommt einfach zu einem unserer Trainingsabende. Der Schießleiter vor Ort vermittelt an ein erfahrenes Vereinsmitglied, das die Grundlagen zeigt.
